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Die richtigen Fragen stellen, oder wie die astrologische Beratung gelingen kann


Im Folgenden möchte ich gerne ein paar Leitlinien und Impulse für eine gelungene astrologische Beratung aufzeigen. Sehr häufig habe ich den Eindruck, dass bei Klienten von Astrologen zwei Glaubenssätze verankert zu sein scheinen, die, wie wir gleich sehen werden, den möglichen Output eines astrologischen Gespräches und der astrologischen Beratung eher erschweren. Da mir sehr daran gelegen ist, dass meine Klienten den größt möglichen Nutzen aus dem Gespräch mit mir ziehen, möchte ich diese einschränkenden Vorstellungen darüber, was und wie ein/e Astrologe/in leistet und arbeitet einmal näher beleuchten.

Der erste Glaubenssatz in Bezug auf die Arbeit der Astrologen scheint darin zu bestehen, der Astrologe schaue in das Geburtshoroskop wie in eine Glaskugel und sieht das komplette Leben des Klienten in allen Details vor sich ausgebreitet und am besten sollte diese „Schau“ in Äußerungen gipfeln wie: In den nächsten drei Monaten treffen Sie Ihren Herzensmenschen. Sie brauchen auch selbst gar nichts zu tun. Dieser Mensch kommt Ihnen da und da entgegen.

Oder: In den nächsten drei Wochen bekommen Sie ein berufliches Angebot, das Sie nicht ausschlagen können.

Es ist allerdings keineswegs so, dass wir das Leben des Klienten in allen Details, von denen er womöglich selbst gar nicht wusste, vor uns sehen. Ein Geburtshoroskop besteht aus verschiedenen, in einander greifenden Konstellationen und ein Mensch kann ein und dieselbe Konstellationauf sehr unterschiedliche Art und Weise leben. Das hängt z.B. vom Bewusstseinsniveau des Klienten ab, aber auch vom sozialen Umfeld, in das er/sie hinein geboren wurde und der Biografie, die er bis zu seinem Termin mit der/dem Astrologen/in zurückgelegt hat.

Es gibt ein wunderbares Buch von Rüdiger Dahlke: „Das senkrechte Weltbild“, welches einen Überblick darüber gibt, wie die Planetenprinzipien durch unterschiedliche Ausdrucksformen in Erscheinung treten können.

Ein Beispiel: Saturnbetonung in Bezug auf Berufe: Beamter, Rechtspfleger, Staatsrechtler, Naturwissenschaftler, Mathematiker, Architekt, Bildhauer, Bergbau, Altwarenhändler, Schornsteinfeger, Archäologe, Geologe, Historiker, Orthopäde, Lehrer, Politiker, Uhrmacher, Wächter, Verwalter, Paläontologe.

Auf den ersten Blick sind das sehr viele, sehr verschiedene Berufe und für den Laien erschließt sich kaum, welche Gemeinsamkeit diese Berufe haben könnten. Während der Astrologe diese Gemeinsamkeit erkennt, kann er sich jedoch ohne weitere Information nicht auf einen dieser Berufe festlegen.

Und warum sollte er/sie? Warum sollte er sozusagen den Beruf des Klienten „erraten“ ?

Er kann ihn ja einfach fragen. Und damit kommen wir zu dem zweiten Glaubenssatz, den Klienten möglicherweise mit in die Sitzung bringen: Sie glauben, sie müssten den Astrologen testen.

` Nur wenn er /sie alles über mich weiß ( und ich möglichst nichts von mir preisgebe) dann ist er/sie ein/e gute/r Astrologe.´

Das ist ungefähr so, als wenn Sie zum Arzt gehen und selbst natürlich wissen, dass ihr kleiner Zeh gebrochen ist, Sie das jedoch dem Arzt nicht sagen, sondern die Sprechstunde dazu nutzen den Arzt herausfinden zu lassen, was Ihnen fehlt. Er Sie also komplett auf den Kopf stellen soll, bevor er die Beschwerden, die Sie ihm nicht genannte haben, gefunden hat, um zu testen, ob er ein guter Arzt ist, statt wie üblich in einer ärztlichen Sprechstunde, zu sagen, wo der Schuh drückt um möglichst schnell eine passende Lösung für Ihr Problem genannt zu bekommen.

Bei diesem Beispiel liegt auf der Hand, dass sehr viel Zeit unnötig vertan wird. Sehr viel besser wäre es z.B. zu sagen: „ Ich bin Architekt. In letzter Zeit bin ich sehr unglücklich mit meiner Tätigkeit und frage mich, ob ich überhaupt den richtigen Beruf ergriffen habe.“

Auf Basis dieser Information kann astrologisch geschaut werden, in welcher Phase der Mensch sich befindet. Worauf genau sich die Unzufriedenheit begründet. ( Kollegen, Aufgaben, Gehalt etc.) und ob sich eine Umorientierung abzeichnet, bzw. welche anderen Interessen noch vorhanden sind, oder in den Vordergrund treten könnten.

Man muss sich auch vor Augen führen, dass Astrologieklienten zur Besprechung ihres Geburtshoroskopes in den meisten Fällen nur einmal im Leben kommen, was im Vergleich zu anderen Beratungssituationen vom Arzt über den Psychologen bis zum Steuerberater absolut ungewöhnlich ist. Kommen Sie darüberhinaus regelmäßig, geht es dann um Zukunftsprognosen oder um Fragen bezüglich konkreter Vorhaben wie Hauskauf, Firmengründung oder Reisen, also nicht mehr um die Anlage, die ja der Ausgangspunkt aller weiteren Ereignisse ist. Um so wichtiger wäre es, dieses eine Geburtsanalysegespräch wirklich optimal zu nutzen.

Neben dem beruflichen Leben spielt natürlich das Privatleben eine der Hauptrollen bei astrologisch basierten Gesprächen. Das Interesse daran, was die Zukunft für das Privatleben bereit hält, wird häufig so ausgedrückt: “Ich würde gerne wissen, wie es privat so weitergeht.“

Dabei wird allerdings nicht gesagt, ob man sich derzeit in einer Beziehung befindet und diese beenden möchte, oder sich vielmehr davor fürchtet, der Partner könne sie beenden wollen. Oder ob man Single ist und wissen möchte, wann man sich wieder verlieben wird ( wobei ja das Verlieben nicht für jeden oberste Priorität hat – es gibt ja noch andere Motivationen, eine Beziehung anzustreben). Aber siehe Glaubenssatz Nummer eins: All das wird nicht konkretisiert, weil der/die Astrologe/in ja alles weiß und wenn nicht, ist es ein schlechter Astrolge.

Auch hier bekäme der Klient wesentlich hilfreichere Antworten, wenn er zuvor klärt, worum es genau geht.

Auch die Antwort auf die Frage, warum es denn bisher nicht geklappt hat, könnte sehr aufschlussreich sein. Also erst einmal den Blick zurück werfen, nach innen, bevor man idealerweise mit veränderter Perspektive in die Zukunft schreitet.

Warum spricht der Astrologe diese Fragen nicht selbst an? Weil er nicht alles, was im Geburtshoroskop zu sehen ist, ansprechen kann, da er nicht weiß (siehe Glaubenssatz Nummer 2) auf welchem Bewusstseinsniveau der Klient seine Anlagen lebt.

Der Astrologe sollte nur auf das antworten, was er gefragt wird.

Deshalb können Klienten wesentlich mehr aus der Beratung ziehen, wenn sie die richtigen Fragen stellen.


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